
Gefahren auf einer RadreiseDie Gefahren auf einer Radreise werden von Außenstehenden oft ins Unermeßliche übertrieben. In den meisten Fällen liegt das daran, daß Leute, die nicht mit dem Rad reisen, mit der Situation des Radreisens nicht vertraut sind. Unbekanntes hat immer den Beigeschmack von Gefährlichkeit, vielleicht sogar Lebensbedrohlichkeit. Tatsächlich steht man bei einer Fahrradreise Gefahren gegenüber, denen man unter normalen Umständen, beim Leben an einem festen Wohnort, nicht oder nur gering ausgesetzt ist. Die größte Gefahr beim Radfahren geht jedoch vom Straßenverkehr aus. Man kann sich nicht immer die Straßen aussuchen, auf denen man fährt. Oft gibt es nur eine Verbindungsstrecke zwischen zwei Orte, die von allen genutzt wird. Schmale Straßen, viele Auto- und Busfahrer, die es sehr eilig haben und Fahrradfahrer nicht gewöhnt sind, können Radreisenden leicht zum Verhängnis werden. Man kann sich in diesen Situationen nur durch große Vorsicht und Aufmerksamkeit vor Unfällen schützen. Diebstahl, Meinungsverschiedenheiten, die zu Handgreiflichkeiten führen und Raubüberfalle stellen die zweitgrößte Gefahr bei Radreisen dar. Auch aufdringliche Kindergruppen können Probleme verursachen. Inwiefern man hier Sorge walten lassen muß, hängt weitgehend von der Landessituation ab. Man sollte sich bei der ansässigen Bevölkerung informieren und Warnungen und Verhaltensratschläge ernst nehmen. Der beste Schutz gegen Übergriffe ist Wachsamkeit und das Meiden gefährlicher Situationen. In welche anderen Gefahren man auf einer Radreise noch geraten kann, hängt von den räumlichen und natürlichen Bedingungen der jeweiligen Gegend ab. Das Bereisen von Wüstengebieten in den Sommermonaten bringt die Gefahren der Überhitzung und des Wassermangels mit sich. In Gebieten mit periodischen Flußläufen sollte man das Zelten in Trockentälern vermeiden. Das Baden in Flüssen, die Krokodile beheimaten, könnte der Gesundheit sehr abträglich sein. Dasselbe gilt für Übernachtungen unter freiem Himmel und ohne Moskitonetz in akuten Malaria- und Gelbfiebergebieten. Schützen kann man sich auch hier nur durch das Wissen um die Risiken. Dabei sollte man jede Informationsquelle nutzen, besonders das Wissen der lokalen Bevölkerung. Als wir einigen Bewohnern von Wadi Halfa von unserm Plan erzählten, mit den Rädern entlang des Nils zu fahren, wurden wir gleich mehrfach davor gewarnt. Vor einigen Jahren sei ein Deutscher in einem unbesiedelten Streckenabschnitt von einem wilden Tier gefressen worden. Zwar gab es mehrere Variationen dieser Geschichte, doch in ein paar Punkte waren sie alle gleich. Wir erfuhren später von einem begeisterten sudanesischen Radfahrer, wie sich die Geschichte tatsächlich zugetragen hatte.
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