Kosten und Finanzierung der Reise
Reisen
kostet. Es macht jedoch einen Unterschied, ob man für vier Wochen
nach Spanien fährt oder über mehrere Jahre eine Weltreise unternimmt.
Im ersten Fall muß man zusätzlich zu den Reisekosten noch seinen
Lebensunterhalt in der Heimat während des Urlaubs bestreiten. Dieser
zweite Punkt fällt bei einer Weltreise weg.
Nichtsdestotrotz
kommen andere Kosten dazu. Visa, Ein- und Ausreisegebühren
für zahlreiche Länder nehmen einen beachtlichen Teil der Reisekosten ein.
Je nach Land sind Hotels teuer oder günstig. Als Radreisender ist man immer
wieder auf eine Ruhepause angewiesen, wo man sich für kurze Zeit auch mal
verkriechen kann, um die vielen Eindrücke von unterwegs zu verarbeiten,
die Ausrüstung zu pflegen oder wie in unserem Fall, an der Reisedokumentation
zu arbeiten.
Autofahrer
verbrauchen Kraftstoff bei einer Reise, Fahrradfahrer zerren die
Fortbewegungsenergie aus der Nahrung. Sie haben einen
doppelten bis dreifachen körperlichen Umsatz im Vergleich zu durchschnittlich
aktiven Menschen. Der Limonaden-, Bier-, Pasta-, Gemüse- und Proteinverbrauch
steigt dann dementsprechend. In den vorstädtischen Großmärkten Italiens staunten
viele Menschen über unsere vollgepackten großen Einkaufswagen.
Und noch mehr staunten sie, wie wir die ganzen Waren an unseren Fahrrädern
unterbrachten. Böhmen, das Land der deftigen Knödel-, Kraut- und Fleischküche,
blieb bis jetzt das einzige Land, wo die Portionen im Restaurant so groß waren,
daß zum Schluß etwas auf unseren Tellern übrigblieb. Für gewöhnlich sind normale
Restaurantportionen für Radfahrer zu klein. Addiert man die Mehrkosten für die Nahrung
zusammen, gibt ein Radfahrer am Ende wesentlich mehr pro Wegstrecke aus als
andere Reisende.
Das
Kostspieligste an einer Weltreise ist jedoch das Fehlen jeglicher Einkünfte.
Wir leben in erster Linie von unseren Ersparnissen. Wenn andere sich ein
Haus oder Auto anschaffen, geben wir unser über Jahre zur Seite gelegtes
Geld für eine Weltreise aus.
Unsere Sponsoren helfen uns mit einigen Teilen der Ausrüstung, so mit
Reifen, Fahrradbekleidung u.ä, Teile die bei täglichem Gebrauch schnell verschleißen.
Sie stellen jedoch nur einen geringen Anteil unserer gesamten Ausrüstung dar.
Das meiste haben wir selbst angeschafft, manches schon Jahre vorher für eine
unserer kurzen Radreisen im Urlaub.