
Probleme auf einer RadreiseEs gibt zwei Kategorien von Schwierigkeiten, einmal die bei der Losfahrt, und einmal die während der Reise selbst. Bei der Losfahrt sieht man sich von vielen eigenen Ängsten konfrontiert. Finde ich danach wieder eine Arbeit? Nimmt mich die Krankenversicherung wieder auf? Werden mich meine Freunde danach noch kennen, oder bin ich ganz alleine? Was passiert mit mir, wenn ich einen Unfall habe? Wie gefährlich sind die Menschen in all diesen unbekannten Ländern? Werde ich ausgeraubt, gar erschossen? Die Ängste begründen sich aus der Angst vor dem Ungewissen und der Furcht von den eigenen Gewohnheiten loszulassen. Auch wir hatten solche Ängste bei der Losfahrt, doch erstaunlicherweise löste sich vieles davon schon nach kurzer Zeit auf. Man vergißt, darüber nachzudenken. Man lernt, daß es immer für fast alles sofort eine Lösung gibt. Bei vielen Problemen bekommt man oft Hilfe von den Einheimischen. Meist ist man nicht allein. Wenn es unterwegs zu unklaren oder bedrohlichen Situationen kommt, muß man wachsam sein und richtig reagieren. Es gibt kein Erfolgsrezept, man muß aus der Situation heraus handeln. Die körperliche Anstrengung beim Fahrradfahren löst sich in der Regel schon nach den ersten Wochen auf. Wenn die entsprechenden Muskeln trainiert sind, ist das Fahrradfahren nicht mehr so schwer. Auch die psychische Ausdauer wird trainiert, sie ist für das Empfinden der Anstrengung maßgeblich verantwortlich. Schwitzen tut man dennoch viel beim Fahrradfahren, ob bei Hitze oder bei einem steilen Anstieg. Immer wieder mal stehen Kurzzeiturlauber aus Deutschland vor uns und fragen uns mit großem Unverständnis: Ja, wißt Ihr denn überhaupt, wo ihr heute Nacht schlafen werdet? Natürlich wissen wir das nicht im voraus. In Städten ist es meist kein Problem eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden, da es fast überall Hotels gibt. In der Natur benutzen wir unser Zelt. Unsere Zeltplätze sind entsprechend der Situation im Land mehr oder weniger versteckt. In manchen Ländern ist es besser nicht gesehen zu werden, in anderen kann man direkt neben der Landstraße schlafen und sicher sein, unbehelligt zu bleiben. Fragen wir nach einer Übernachtungsmöglichkeit, erhalten wir immer wieder eine Einladung, bei Familien zu übernachten.
Wasserproblemen
rückt man mit Filter und Abkochen zu Leibe. Als
weltreisender Radfahrer kann man sich bei der Nahrung größere Freiheiten
erlauben als ein normaler Tourist, der ein fernes Land nur für zwei Wochen besucht.
Durch die langsame Angewöhnung an die Bakterienflora eines Landes
hat man weniger Magen-, Darmprobleme. Was die Einheimischen wegstecken,
vertragen meist auch die Gedärme von Fahrradreisenden.
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