Besondere Eindrücke unserer ReiseWährend einer Reise sammelt man viele Eindrücke, von denen sich manche mehr, andere weniger stark einprägen. Nach einiger Zeit schälen sich in fast allen Bereichen des Alltags- und Reiselebens Höhe- und Tiefpunkte heraus, die man mit einem bestimmten Gebiet, einer Volksgruppe oder einem Land verbindet. So fängt man an, das Globale Dorf zu kategoriesieren, wodurch es in der persönlichen Vorstellung klein und überschaubar wird. Ein paar dieser Eindrücke möchten wir hier weitergeben. Radfahren
Viele
Radreisende zählen die zurückgelegten Kilometer. Wir schätzen sie lediglich grob, unsere
Tachos
dienen der Navigation und zur Geschwindigkeitsmessung.
Gefahren
Die größte Gefahr für uns geht gewöhnlich vom Straßenverkehr aus und wird maßgeblich durch die Art des Miteinanders auf der Straße bestimmt. Am nettesten wird auf den Straßen Syriens miteinander umgegangen, wo Rücksicht das Ideal ist. Eine ähnliche Einstellung zu anderen Vekehrsteilnehmern herrscht auf Sizilien und in vielen anderen Ländern. Das Gegenteil ist auf Straßen Israels, Deutschlands, der Türkei und vielerorts in Schwarzafrika der Fall, wo der Stärkerer im Recht ist. Entwächst dieses Verhalten in Schwarzafrika und teilweise in der Türkei eher der Phantasielosigkeit und einem mangelden Verständnis, so basiert es in Israel und Deutschland mehr auf dem Bedürfnis, das eigene Recht durchzusetzen.
Am gefährlichsten haben wir allerdings bisher nicht andere Verkehrsteilnehmer empfunden sondern äthiopische Kinder, die radfahrende Ausländer als wilkommenes Objekt für Spiele aller Art, wie Steinewerfen, Stöckeindiespeichenschieben, Schubsen, Indenwegspringen oder als Quelle neuer Besitztümer ansehen. Die Kinder tuen es mit voller Unterstützung der meisten Erwachsenen, die Fremde oft nicht als vollwertige Menschen ansehen. Unterkünfte
Für
viele ist eine Radreise untrennbar mit Zelten verbunden. Das ist richtig für Gegenden ohne anderer Alternative, aber in Städten schlafen wir fast ausnahmslos in festen Unterkünften. Das schönste Hotel, in dem wir übernachtet haben, war das
Hotel Ontario
in Karlsbad.
Essen
Das beste Essen genossen wir zweifelsohne in Italien. Außerhalb Europas legen vor allem Libanesen und ihre Nachbarn einen Wert auf gutes Essen, das mit Raffinesse zubereitet wird. In den meisten anderen Ländern bevorzugen die Menschen solide Hausmannskost, wie Couscous im Maghreb oder Kartoffeln, Maismehl und Bananen in Ostafrika. Das monotonste Essen findet man in Amhara, wo Leute am liebsten pures Fleisch in den Variationen roh, halbroh und frittiert zusammen mit Injera essen. Klima
Die Kapriolen des Wetters betreffen uns direkt, da wir unterwgs keine dichte klimatisierte Kabine um uns haben. Wir trotzen direkt den Temperaturen, dem Regen und dem Wind. Die höchsten Temperaturen erlebten wir in Wadi Halfa, wo die Lufttemperatur bis 46°C erreichte. Die tiefsten Temperaturen mit Werten deutlich unter Null hatten wir im Sauerland. Starke Regenfälle erlebten wir in Deutschland und Schwarzafrika. Mit den stärksten Winden wurden wir im Nahen Osten konfrontiert. Landschaft
Die landschaftlichen Eindrücke gehören zweifelsohne mit zu den Höhepunkten einer Radreise. Die beeindruckendsten und schönsten Landschaften unserer Reise waren die Plitvitzer Seen, Wadi Rum, der Turkanasee und viele andere, deren Aufzählung den Rahmen hier sprengen würde. Zypern beeindruckte mit einer landschaftlichen Vielfalt auf einem kleinem Raum, wohingegen die Sahara mit einer weitläufigen Monotonie in Erinnerung blieb. Städte
Städte
sind ein Ausdruck des Lebensgefühls und der Kultur der dort lebenden Menschen. Uns haben
unterwegs architektonisch vor allem
Karlsbad und
Sana'a
beeindruckt. Die Stadt mit dem größten Höhenunterschied war
Taiz,
wo so manch einer über 1000 Höhenmeter auf dem Weg vom Arbeitsplatz
nach Hause zu erklimmen hat. Vom Lebensgefühl her fühlten wir uns in
Palermo,
Nairobi und
Damaskus
wohl.
LokaleAls Reisende sind wir öfters als im ortsgebundenen Alltag Gäste in einem Restaurant, Cafe oder einer Kneipe. So nehmen diese auch für uns einen besonderen Stellenwert ein.
In Tunesien haben wir Cafes als ein Ort der Begegnung zu schätzen gelernt. Die schönsten Cafes und Restaurants haben wir in Damaskus besucht. In Äthiopien war die unvergleichbar hohe Dichte an Bars und Restaurants der Ausdruck einer freizeitorientierten Gesellschaft. Menschen
Syrien ist für seine besondere Gastfreundschaft weit bekannt. Dem können wir auch nur beipflichten. Die buntesten und exotischsten Menschen auf unserem Weg waren die Hamer, Galeb und Turkana. Die Gesellschaft im Hochland Äthiopiens, mit ihren stark hierarchischen sozialen Relationen, war die fremdartigste und für uns am schwersten zu verstehen, obwohl sie auf den ersten Blick der europäischen Gesellschaft mehr als arabische Länder ähnelt. |